Flugblatt zur Demo am Tag gegen Gewalt gegen Frauen*

Schön das du dich heute an der Demo zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen* beteiligst- sich in dunklen Zeiten von völkischen Rechten, chritslichen Fundamentalist_innen, Islamismus und anderen Widerlichkeiten dem gewaltförmigen Patriarchat entgegenzustellen ist wichtig und schafft Raum für Perspektiven auf feministischere und schönere Zeiten!

Doch wie soll man(n) sich als Typ angesichts der ganzen hier versammelten Frauen*-Power beteiligen? Wie können Männer einen Protest mitgestalten, der sich gegen ein Thema richtet von dem sie nicht betroffen sind?

Wir wollen indem wir uns und euch diese Fragen stellen keine Verunsicherung und kein Unwohlsein erzeugen, sondern eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Position stärken und Lust auf profeministische Politik wecken.

Zunächst ist zu sagen: Gewalt gegen FrauenLesbenTrans* findet täglich statt – auch Protest dagegen kann täglich stattfinden. So ist es vielleicht wenig sinnvoll eine männliche Perspektive auf Gewalt gegen Frauen* auf einer feministischen Demo zu verkünden. Aber die restlichen 364 Tage im Jahr bieten jede Menge Gelegenheit Fragen wie: Wie können Männer untereinander, auch ihre eigene, Gewalt gegen FLT* ansprechen? Wie können Männer linke Räume möglichst gewaltfrei mitgestalten? – zu thematisieren.

Demonstrationen sind zunächst immer eine diffuse Anordnung von Menschen mit verschiedenen Hintergründen, Motivationen für ihre Beteiligung, Zielen und Mitteln diese umzusetzen. Dementsprechend sollten gegenseitige Rücksichtnahme, vorherige Absprachen über Aktionen und ein Gespür für die Stimmung auf der Demo eine Selbstverständlichkeit sein. Als Typ auf einer feministischen Demo gilt das umso mehr. FLT* können ihre Wut, ihren Haß, ihre Hoffnungen in militanter Form durchaus ohne die Hilfe von Männern auf die Straße tragen- das haben diverse Burschen, Macker, Bullen schon an ihrem eigenen Leib erfahren dürfen, man muss sich also nicht bei jeder Gelegenheit berufen fühlen ihnen zur Hilfe zu eilen. Andersherum gilt auch, eine Demo zu eskalieren kann oft sinnvoll und notwendig sein, nicht nur auf einer feministischen Demo wäre es jedoch angemessen wenn das von den beteiligten Frauen ausgeht. Und ätzendes Rumgemacker, blöde Sprüche, sexistische und homophobe Beleidigungen gegen Bullen braucht sowieso niemand, auf keiner Demo und auch sonst nicht.

Jetzt denkst du vielleicht – Was soll ich dann machen? Rumstehen, Zugucken und manchmal Parolen mitrufen? Ja – vielleicht ist das gerade was geht und passend ist. Dir ist das zuwenig? Frag bei den organisierenden Grupen an ob es Aufgaben gibt die du übernehmen kannst, ob es gemischte organisierte Reihen braucht, Melder_innen…oder organisiere demnächst mal deine eigene profeministische Demo.

Feministischen Zeiten entgegen!

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