linksradikale feministische Kritik an der Deutschen Burschenschaft

Hier unser gehaltener Redebeitrag: linksradikalen-feministischen antifaschismus

Erfolgreich nicht-angemeldete Demo gegen die Deutsche Burschenschaft in Marburg durchgesetzt!

Am Samstag, den 24. November demonstrierten zeitweise bis zu 80 Antifaschist_innen und Feminist_innen gegen die Deutsche Burschenschaft in Marburg. Anlass war der außerordentliche Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) in Stuttgart, der vom 23.-25.11. tagt. Die DB ist ein Dachverband von Burschenschaften, die explizit patriarchale, rassistische und völkisch-nationale Politik propagieren. Seit etwa eineinhalb Jahren treten immer mehr interne Streitigkeiten zwischen verschiedenen Flügeln der DB ans Tageslicht. Seit Jahrzehnten wird von antifaschistischer und feministischer Seite auf das sexistische und rassistische Fundament des Dachverbandes hingewiesen und gegen dieses protestiert. Die Skandale der letzten Zeit wie beispielsweise der „Arierparagraphen“ oder Norbert Weidner, Schriftführer der Burschenschaftlichen Blätter, der den Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ und seine Ermordung durch die Nazis im KZ, als rein juristisch korrekt bezeichnete, führten zu einer breiteren Debatte über sogenannte „rechte Tendenzen“ des Dachverbands. Dass es sich dabei nicht nur um rechte Tendenzen, sondern es sich bei der Deutschen Burschenschaft mit ihrem patriarchalen sowie völkisch-nationalen Weltbild um einen Nazi-Dachverband handelt, war ein Thema der heutigen Demonstration.

The struggel begins – Gegen Staat, Nation, Kapital und Patriarchat

Die Demonstrierenden und Aktivist_innen machten neben Solidaritätsbekundungen zu den Protesten in Stuttgart auch lautstark darauf aufmerksam, dass in Marburg die Burschenschaften Rheinfranken, Normannia-Leipzig, Germania und Teutonia in der DB organisiert sind. Diese fallen vor allem durch ihre Veranstaltungen mit Neonaziredner_innen auf. Dabei sind antifeministische Inhalt sowie Holocaust-Leugnung keine Seltenheit.
Auf der ersten Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz griff der Redebeitrag des Bündnis Gegenburschentage, was seit 2011 Proteste gegen den Burschentag der DB in Eisenach organisiert, die Verknüpfung von Konservatismus und Neonazismus in der DB, auf. Dabei ist das Einbeziehen der Kritik an der sogenannten Extremismustheorie wichtig, denn diese verschleiert, dass Nationalismus, Neofaschismus, patriarchale Ideologie usw. ebenso in „Mitte“ der Gesellschaft zu finden sind. Dementsprechend ist die DB Ausdruck von gesellschaftlichen Zuständen, die es zu bekämpfen gilt. An der zweiten Zwischenkundgebung, ebenfalls in der Oberstadt, machte der Redebeitrag der antifaschistischen und antisexistischen Gruppe Lisa:2 deutlich, dass antifaschistische und feministische Kritik an der DB und an den gesellschaftlichen Zuständen verbunden werden muss. So wurde beispielsweise anhand der Antiabtreibungsdebatte hervorgehoben wie nationalistische und patriarchale Ideologien miteinander einhergehen. Das männerbündische Prinzip der Burschenschafter ist dabei letztendlich eine Zuspitzung patriarchaler Strukturen.

Nach ca. 1,5 Stunden endete die lautstarke und kämpferische Demo an der E-Kirche ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Demonstration unangemeldet und somit außerhalb einer rechtsstaatlichen Logik zu organisieren, erwies sich als Erfolg.