Anna & Arthur halten´s Maul

Anna & Arthur halten´s Maul.
Seit fast 25 Jahren. Aber warum eigentlich?

Eine Veranstaltung zur Aussageverweigerung gegenüber den Repressionsbehörden und zur Entstehung der Kampagne „Anna und Arthur halten´s Maul“.

Der langjährige, zum einem großen Teil militante Kampf gegen den Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen lässt sich als prägend für die (radikale) Linke in den 1980er Jahren beschreiben. Die Ereignisse des 02.November 1987, als bei einer nächtlichen Demonstration zwei Polizisten erschossen wurden, erschüttert und verunsicherte die gesamte autonome Szene im Rhein-Main-Gebiet und führten zum faktischen Ende des Protest. Tödliche Schüsse gehörten nicht zu dem militanten Konzept, welches von der Startbahnbewegung entwickelt worden war.
Die Konsequenz staatlicherseits führten zu Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Verfahren unter Anwendung des § 129a. Der Staat nutzte die Gunst der Stunde, um die Aktivist_innen in dieser heiklen Situation, nun auch mit Vorwürfen zu konfrontieren, welche mit den Schüssen des 02. November nichts zu tun hatten.
Da diese Maßnahmen die Bewegung unvorbereitet trafen, machte eine große Anzahl von Aktivist_innen Aussagen, mit denen sie sich selbst und andere belasteten. Neben den individuellen Konsequenzen wurde dem Staat ein tiefer Einblick in die beteiligten linksradikalen Strukturen ermöglicht.
Angesichts der problematischen Aussagen und deren Folgen, wurde die Kampagne „Anna und Arthur halten´s Maul“ ins Leben gerufen. Damit sollte zum einen unterbunden werden, dass weiterhin Aussagen und Geständnisse gemacht werden und zum anderen musste ein Weg gefunden werden, mit den bereits gemachten Aussagen umzugehen.
Gemeinsam mit einem damiligen Aktivisten wollen wir der Geschichte nachgehen und nachzeichnen, welchen Umgang die damaligen Akteur_innen mit dieser Form der Repression fanden. Damit einhergehend wollen wir die Frage beantworten, warum wir auch heute noch eine konsequente Aussageverweigerung gegenüber Polizei und Justiz für sinnvoll halten.

Dienstag//22.11.2011//20.30h//Cafe am Grün