Auf jetzt! Gegen Rechte Gewalt im Siegerland!

Aufruf und Seite
19.07.2014 16:00 Kreishaus Siegen

Aufruf zur Demonstration gegen das Erstarken der rechten Szene im Siegerland!

Seit dem äußerst brutalen Überfall einer Gruppe Neonazis auf einen Siegener Studenten in der Oberstadt vor einigen Wochen ist es nicht zu leugnen:

Siegen hat ein Naziproblem!
Und das nicht erst seit Kurzem. Bereits vor einigen Jahren überzogen Neofaschisten die Region mit einer Welle der Gewalt: Schwere Sachbeschädigungen und Vandalismus waren quasi an der Tagesordnung. So wurden vor allem der VEB, das Parteibüro der LINKEN und die Buchhandlung „Bücherkiste“ immer wieder Ziele von Angriffen. Schon 2011 wurden Studierende von einer marodierenden Meute betrunkener Neonazis, die bereits früher am Abend polizeilich aufgefallen war, krankenhausreif geprügelt.
Gewalt war jedoch nicht ihr einziges Mittel, sie versuchten außerdem ihrem Treiben einen demokratischen Anstrich zu verleihen. Im Dezember 2009 und 2010 luden sie zu sogenannten Gedenkmärschen ein. Als Redner waren bundesweit bekannte Größen wie Christian Worch und Axel Reitz dabei. (Worch ist seit mindestens 25 Jahren vor allem in Hamburg und Dortmund in der extremen rechten Szene aktiv und Mitbegründer der Nazi-Partei die RECHTE; Reitz wurde einst als „Hitler von Köln“ betitelt und unterhielt nachweislich Verbindung zum NSU. Auch zur Siegener Szene pflegte er regen Kontakt.) Aufgerufen hatten die Siegener NPD und eine junge Gruppe namens Freie Nationalisten Siegerland (FNSI), die schon vorher durch rassistische und antisemitische Aufkleber und Schmierereien aufgefallen war.
Die Polizei versuchte weiterhin das Problem unter den Teppich zu kehren. Die Ermittlungen blieben größtenteils ergebnislos. Die Faschisten stoppte das sicher nicht. Im Gegenteil: Sie trauten sich am helllichten Tag mitten in der Fußgängerzone einen Infostand und die Menschen dort und sogar gezielt Privathäuser anzugreifen. Nebenher versuchten sie mit einem Internetversand für indizierte CDs und Nazipropaganda etwas Geld zu verdienen.
In den darauffolgenden Gerichtsprozessen musste sich die Siegener Justiz schon sehr blind stellen, um nicht zu erkennen, dass es in der Region schon längst eine organisierte und äußert gewaltbereite Naziszene gab. Mit positiven Sozialprognosen und kleineren Geld- und Bewährungsstrafen wurde versucht die Sache klein zu halten.
Und es wurde tatsächlich etwas ruhiger. Hin und wieder tauchten irgendwo noch ein paar dumme Parolen auf („National: das ist unser Gebied“ (sic!)), aber selbst der NPD-Abgeordneter und stadtbekannter Neonazi im Stadtrat tauchte nicht mehr bei den Sitzungen auf.
Stattdessen sah man Siegener Nazigrößen anderenorts. So meldete ein Siegener eine Neonazidemo in Stolberg bei Aachen an und ein anderer steht momentan in Koblenz wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht.

Nur mit einem größtmöglichen Maß an Ignoranz kann man noch leugnen, dass es sich bei der Siegener Szene um gut vernetzte und äußerst brutale Überzeugungstäter handelt.

Einen weiteren Beweis dafür bieten folgenden Ereignisse: In Freudenberg mieteten sie ein ganzes Haus an und agierten dort unbemerkt und ungestört. Auf der Autobahnstrecke zwischen Dortmund und Frankfurt bot sich hier die Gelegenheit für überregionale Vernetzung. Mit Partys und Konzerten wurde versucht einen Szenetreff zu etablieren. Nachdem das Nazihaus durch Recherchen von Antifa und Presse im Herbst 2013 bekannt wurde, war es dann auch vorbei mit der vermeintlichen Ruhe.
Ungehemmt griffen sie von dort aus Spaziergänger an; an jüdischen Friedhöfen in Bad Berleburg und Siegen werden antisemitische Transparente und ein Schweinekopf angebracht; im gleichen Zeitraum tauchten auch Aufkleber des FNSI wieder auf; in Siegen und dem gesamten Kreisgebiet wurden Wahlplakate und Häuserwände mit Parolen besprüht. In diesem Zusammenhang begrüßen wir das couragierte Handeln einiger Studierender der Uni Siegen. Als nämlich dort wochenends Naziparolen auftauchten, schloss man sich kurzerhand zusammen und übermalte und –klebte die entsprechenden Stellen, bevor montags wieder der normale Hochschulbetrieb losging.
Den dramatischen Höhepunkt der jüngsten Vergangenheit stellte der Übergriff in der Oberstadt dar. Eine Gruppe von ca. 30 Neonazis hat sich am Morgen an der Siegerlandhalle getroffen um zu einer neofaschistischen Konzertveranstaltung nach Bayern zu reisen. Da diese auf Grund der dortigen antifaschistischen Proteste abgesagt wurde, beschloss die Gruppe in Siegen ihren Frust in Alkohol zu ertränken. Für die bewaffnete Gruppe gipfelte der Abend darin, dass sie einen Studenten ins Krankenhaus prügelten und lebensgefährlich verletzten. Hier zeigt sich exemplarisch, dass Gewalt zentrales Element ihrer Vorstellung von Feiern und ihrer Ideologie ist. Polizei und Staatsschutz waren – entgegen ihrer Behauptungen – informiert, dass sich Nazis in der Oberstadt bewegen und blieben untätig. Der Staatschutz begründete dies lapidar damit, dass sie nichts von dem Treffen der Neonazis gewusst hätten, da diese es bei der Polizei nicht angemeldet hatten.

Nach all den Vorfällen der letzten Jahre kann Untätigkeit nicht länger hingenommen werden!

Wir fordern…
- die Medien auf, hinzuschauen und die Öffentlichkeit über derartige Strukturen zu informieren! Anstatt rassistische Hetze durch falsche Berichterstattung noch weiter anzuheizen.
- Polizei und Justiz auf, konsequent gegen Nazis vorzugehen!
- die Politik auf, aktiv eigene Maßnahmen gegen rechte Gewalt und Rassismus zu entwickeln, zu fördern und zu unterstützen!
- alle Menschen auf, sich gegen Rechts zu engagieren!

Deswegen 19.07.2014
Demonstration Gegen Nazis Überall

Busfahrkarten und Abfahrtszeit und Ort

Busfahrkarten für die Fahrt zur Demo in Eisenach gibt es ab heute im Buchladen Roter Stern und im Havanna 8 für 5€. Eine gedeckelte Anzahl an Solitickets ist vorhanden.
Abfahrt ist am Samstag, 14.06. um 12:30
Abfahrtsort ist am Firmaneiplatz, an der ehemaligen Kinderklinik.

Wir freuen uns auf eine fette, lautstarke Demo mit Euch!

Pressemitteilung des Bündnis gegen den Buurschentag in Eisenach

„Gegen alle Männerbünde!“ – Erneute Aktionen gegen den Burschentag in Eisenach

Auch dieses Jahr wird das „Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach“ wieder mit einer inhaltlicher Auseinandersetzung in Form einer Broschüre und einer Demonstration in Eisenach gegen den Burschentag intervenieren.
Seit 2011 werden vom Bündnis die Proteste gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach organisiert. Das Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach versteht sich als feministisches und antifaschistisches Bündnis. Es übt radikale Kritik an dem von der Deutschen Burschenschaft propagierten Rassismus und Sexismus. Aber auch über die Deutsche Burschenschaft hinaus wendet es sich gegen sämtliche Männerbünde und patriarchale Herrschaft. Mit kraftvollen Demonstrationen konnte in den letzten Jahren der Widerspruch gegen die sexistische und rassistische Ideologie der Deutschen Burschenschaft auf die Straße getragen werden. Dazu gibt das Bündnis jährlich die Zeitung „Gegen Burschentage“ in großer Auflage heraus, die in vielen Städten bundesweit ausliegt und verteilt wird. Auch dieses Jahr ruft das Bündnis zu einer feministischen und antifaschistischen Demonstration auf, um sich dem von Männerbünden vertretenen Antifeminismus und biologistischen Geschlechterbildern entschieden entgegen zu stellen. Diese wird am 14. Juni in Eisenach stattfinden.
Das Bündnis ruft dazu auf, sich an den Veranstaltungen und Protesten gegen den Burschentag 2014 zu beteiligen. „Der immer offensivere Rassismus der Deutschen Burschenschaft ist besorgniserregend, da diejenigen die ihn propagieren später in gehobenen Stellungen vertreten sind. Burschenschaften sind dabei Wegbereiter und Verfestigung für einen reaktionären Konservatismus in Politik, Universitäten und Verbänden.“, so die Pressesprecherin des Bündnisses Antonia Graf.
Als ein Erfolg der Proteste der letzten Jahre kann verbucht werden, dass der bisherige Veranstaltungsraum, die Werner-Aßmann-Halle, der Deutschen Burschenschaft dieses Jahr nicht von der Oberbürgermeisterin Katja Wolf zur Verfügung gestellt wird.
Das Motto dieses Jahr ist: „Alle Männerbünde auflösen!“. Die Sprecherin des Bündnisses Antonia Graf erläutert dazu: „Die Deutsche Burschenschaft ist für uns ein Symbol für eine Organisationsstruktur die Frauen aktiv ausschließt und ein reaktionäres Geschlechterbild vertritt. Sie ist dabei nur ein Beispiel für eine Vielzahl von ähnlichen in der Gesellschaft vorhandenen Strukturen. Diese finden sich zum Beispiel in Fußballvereinen und Fangruppen, der katholischen Kirche und der Wirtschaft.“

Der Aufruf zu den Aktionen gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft findet sich unter: http://gegenburschentage.blogsport.de/aufruf/ .

Für Nachfragen und weitere Informationen kann das Bündnis gegen den Burschentag in Eisenach unter folgender Email-Adresse kontaktiert werden: bgbe@riseup.net

Aufruf der Kampagne Halim Dener zur Bundesweiten Demonstration 21.06. / 14:00 / Hannover / Steintor

gefoltert.

Der 16-jährige Kurde Halim Dener musste 1994 vor der Verfolgung durch den Staat Türkei aus seiner Heimat fliehen. Damals zerstörte das türkische Militär 4.000 Dörfer – so auch Halims Dorf in der Nähe von Çewlik (türk.: Bingöl). 17.000 „Morde unbekannter Täter“, Verschwundene und Folter waren die gängige Praxis von Polizei, Geheimdienst und Paramilitärs. Halim selbst wurde nach einer Festnahme von der türkischen Polizei eine Woche lang verhört und gefoltert.
Aktuell wird über einen Friedensprozess debattiert, doch hat sich die Situation kurdischer Jugendlicher in türkischen Gefängnissen nicht grundlegend geändert: Gewalt, Folter und sexuelle Übergriffe stehen nach wie vor auf der Tagesordnung. Und auch auf der Straße werden weiterhin Jugendliche in Auseinandersetzungen mit der Polizei getötet.
In den deutschen Medien wird der Kurdistan-Konflikt weitgehend verschwiegen. Die BRD ist jedoch durch die Bekämpfung der kurdischen Bewegung sowie Waffenlieferungen und militärische Zusammenarbeit im Rahmen der NATO-Partnerschaft selbst aktiver Teil des Kurdistan-Konflikts.

geflüchtet.

Halim flüchtete vor Krieg und Verfolgung unter falschem Namen, um seine Familie in der Heimat nicht zu gefährden. Als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling kam er in die BRD. Hier war nach öffentlicher rassistischer Hetze und Pogromen an Flüchtlingen und Migrant*innen 1993 das Grundrecht auf Asyl durch Änderung des Grundgesetzes faktisch abgeschafft worden. Infolgedessen sank die Quote der Anerkennung auf Asyl von damals bereits geringen 4,3% auf 0,8% im Jahr 2006.
Heute fliehen Menschen aus den Konfliktzonen, wie z.B. Syrien oder Libyen, um in Europa ihr Leben in Sicherheit weiterführen zu können. Darunter sind viele Minderjährige, die teilweise ohne Familienanschluss die gefährliche Flucht auf sich nehmen. Flüchtlingen und Migrant*innen schlägt immer wieder, auch von Seiten der Behörden, blanker Rassismus entgegen.

verboten.

Im November 1993 wurde nach einer beispiellosen Hetzkampagne gegen die kurdische Bevölkerung in der BRD die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und alle ihr nahestehenden Organisationen als „Terrororganisation“ verboten. Es folgte eine Welle von Durchsuchungen und Verhaftungen. Durch öffentliche Hetze gegen Kurd*innen wurde ein Klima von Hass und Angst geschaffen, das von einer simplen Gleichung bestimmt war: „Kurd*innen = PKK = Terrorist*innen“.
Das Verbot hat nach wie vor Bestand und findet rege Anwendung. So trifft die Repression kurdische Kulturvereine und öffentliche Strukturen der kurdischen Bewegung, insbesondere aber kurdische Jugendliche und Aktivist*innen, die sie sich mit der Bewegung identifizieren und politisch engagieren.

erschossen.

Auch in der BRD setzte sich Halim für die kurdische Bewegung ein. So plakatierte er wenige Wochen nach seiner Flucht in Hannover Plakate mit dem Emblem der ERNK, des (damaligen) politischen Arms der PKK. Dabei wurde Halim in der Nacht vom 30.06.1994 von SEK-Polizisten in Zivil überrascht und ihm bei der Festnahme aus kürzester Entfernung in den Rücken geschossen. An dieser Schussverletzung starb Halim wenig später. Der Polizist wurde von seinen Kolleg*innen gedeckt, sodass die Tat nie angemessen aufgeklärt werden konnte. In einem drei Jahre dauernden, zweifelhaften Prozess wurde er schließlich freigesprochen.
Diese Tötung durch Polizist*innen ist kein Einzelfall; Christy Schwundeck, Oury Jalloh oder Achidi John sind weitere bekannte Opfer. Auch Polizeigewalt, die gedeckt und vertuscht wird, sowie Kontrollen nach dem sogenannten “Racial Profiling” sind an der Tagesordnung.

Halim Dener repräsentiert in seiner Person viele verschiedene Kämpfe, die hier in der BRD und auf der Welt geführt werden – der Kurdistan-Konflikt, die Frage von Krieg und Flucht, Repression linker Ideen und Organisationen sowie (rassistische) Polizeigewalt.

Halims Geschichte und Tod sind kein Einzelfall!

Deshalb fordern wir:

Schluss der militärischen Zusammenarbeit der BRD mit der Türkei!
Ende des Exports deutscher Waffen!
Bleiberecht für Alle!
Weg mit dem PKK-Verbot!
Lückenlose Aufklärung rassistischer Polizeigewalt!

Kampagne Halim Dener

Antikorporierter Stadtrundgang am 14.05. – 14:00 Uhr Alte Uni FB Theologie

Die Aktive Fachschaft Geschichtswissenschaften organisiert eine antikorporierten Stadtrundgang mit Stephan Peters. Eine gute Gelegenheit sich über studentische Verbindungen in Marburg zu informieren, nicht zuletzt angesichts des aktuellen Zulaufs von Nazis in Marburger Burschenschaften.

Gegen alle Männerbünde – Den Burschentag in Eisenach zum Desaster machen!


Gegen alle Män­ner­bün­de!

Die Deut­sche Bur­schen­schaft zer­legt sich selbst. Auch nach dem ver­gan­ge­nen Bur­schen­tag in Ei­se­nach ebbt die Aus­tritts­wel­le nicht ab: Fast die Hälf­te aller Bünde hat den Ver­band in den letz­ten drei Jah­ren seit dem Skan­dal um den so­ge­nann­ten „Ari­er­pa­ra­gra­phen“ und der damit ein­her­ge­hen­den Es­ka­la­ti­on der Flü­gel­kämp­fe ver­las­sen. Die ver­blie­be­nen Ver­bin­dun­gen sind die offen völ­ki­schen und fa­schis­ti­schen, aus­ge­tre­ten sind die na­tio­nal­kon­ser­va­ti­ven und die, denen ihr Image dann doch wich­ti­ger war als die Tra­di­ti­on. Kurz: Der einst be­deu­tends­te stu­den­ti­sche Kor­po­ra­ti­ons­ver­band ist nicht mehr das, was er ein­mal war.
Eines je­doch ist ge­blie­ben: Die Mit­glieds­bün­de der Deut­sche Bur­schen­schaft sind Män­ner­bün­de – und mit ihnen auch die an­geb­lich „li­be­ra­len“ Bünde, die die DB in den letz­ten Mo­na­ten und Jah­ren ver­las­sen haben, und über­haupt na­he­zu alle deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen.
Die Idea­li­sie­rung mar­tia­li­scher Männ­lich­keit, Ho­mo­pho­bie, völ­ki­scher Na­tio­na­lis­mus, Se­xis­mus und an­ti­fe­mi­nis­ti­sche Agi­ta­ti­on sind noch immer Gang und Gäbe in sämt­li­chen Bur­schen­schaf­ten.

You can‘t get out of the Män­ner­bund and the Män­ner­bund can‘t get out of you

Es ist keine harm­lo­se Freund­schafts­cli­que, die sich auf den Ver­bin­dungs­häu­sern ver­sam­melt, son­dern ein eli­tä­rer Män­ner­bund. Deut­sche Freund­schaft, zu Goe­thes und Schil­lers Zei­ten noch als ro­man­tisch und zärt­lich ge­dacht, ent­wi­ckel­te sich im Laufe des 19. Jahr­hun­derts zu einem Bund, der sich ganz der Na­ti­on ver­schrieb. Fort­an waren und sind in­di­vi­du­el­le Ge­füh­le nicht mehr Aus­druck einer ge­gen­sei­ti­gen Zu­nei­gung, son­dern dem ei­nen­den Na­tio­na­len un­ter­zu­ord­nen und auf die­ses aus­ge­rich­tet. An der Spit­ze die­ser Be­we­gung stan­den die Bur­schen­schaf­ten und Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen, die sich seit eh und je män­ner­bün­disch or­ga­ni­sier­ten. Die Freund­schaft, von der die Bur­schen auch heute noch so ehr­fürch­tig da­her­re­den, ist in die­sem Sinne vor allem erst­mal na­tio­na­lis­tisch auf­ge­la­den.
Wenn sich die Bun­des­brü­der ihre Liebe schwö­ren, von wahr­haf­ter Ka­me­rad­schaft und ewi­ger Freund­schaft des Le­bens­bun­des schwär­men, wenn sie in der rei­nen Män­ner­ge­sell­schaft sich bier­se­lig in den Armen lie­gen, sich ganz nahe kom­men und emo­tio­nal er­grif­fen sind, dann stel­len sie rausch­haft eine enge Ge­mein­schaft her. Den­noch, da sind sie sich einig, hat das nicht im Ge­rings­ten etwas mit Ho­mo­ero­tik zu tun. Es gilt jeden noch so kleins­ten Ver­dacht der Ho­mo­se­xua­li­tät ab­zu­weh­ren und zu ver­drän­gen – denn Schwul­sein be­deu­tet in ihren Augen wenig mehr als den Ver­lust von Männ­lich­keit und Selbst­be­herr­schung. Um sich des­sen zu ver­ge­gen­wär­ti­gen be­darf es al­ler­dings noch nicht ein­mal des Bli­ckes auf die Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen, ist eine sol­che Ab­wehr von Ho­mo­se­xua­li­tät bei gleich­zei­ti­gem Aus­le­ben in­nigs­ter gleich­ge­schlecht­li­cher Ge­mein­schaft doch auch in den ganz all­täg­li­chen Männer­run­den eben­so wie in sons­ti­gen män­ner­bün­disch or­ga­ni­sier­ten Grup­pen zu fin­den.
Der Män­ner­bund ist durch eine Hier­ar­chie der ein­zel­nen Mit­glie­der un­ter­ein­an­der ge­kenn­zeich­net. Im Un­ter­schied zum Ke­gel­ver­ein um die Ecke ist diese in den Ver­bin­dun­gen aber der­art ein­ge­rich­tet, dass sie strikt in­sti­tu­tio­na­li­siert sich auf alle Le­bens­be­rei­che der Män­ner­bünd­ler aus­wei­tet. Op­fer­be­reit­schaft und Füg­sam­keit wer­den so als Teil eines au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ters be­son­ders ge­för­dert. Um von der Macht des Bun­des pro­fi­tie­ren zu kön­nen, gilt es zu­nächst, in die­sem auf­zu­ge­hen. In­di­vi­dua­li­tät und ei­ge­ne Be­dürf­nis­se müs­sen im Män­ner­bund hin­ter den zen­tra­len Wer­ten von Ge­mein­schaft und Brü­der­lich­keit zu­rück­ste­hen. Kein Wun­der also, dass die Ver­bin­der auf be­son­ders ge­walt­sa­me Zu­rich­tung ste­hen: Die Idea­le sol­da­ti­scher Männ­lich­keit wer­den in be­son­de­rer Härte vor allem gegen sich selbst ein­ge­übt. Ziel die­ser Männ­lich­keits­ri­tua­le – allen voran der Men­sur – ist das völ­li­ge Auf­ge­hen in der Ge­mein­schaft. Die Be­loh­nung für Härte und Selbst­auf­ga­be ist die Teil­ha­be an der Macht des Män­ner­bun­des und das Be­wusst­sein, zur rang­über­le­ge­nen Grup­pe zu ge­hö­ren. Diese „na­tür­li­che Be­ru­fung und Eig­nung zur Füh­rung“ kön­nen Frau­en und „wei­bi­sche“ Män­ner – so das Den­ken der Ver­bin­der – nicht inne haben. Eli­te­den­ken at its best!

Es könn­te uns ja ei­gent­lich herz­lich egal sein, wenn die Bur­schen sich beim Fech­ten die Ge­sich­ter auf­schlit­zen oder nach dem x-ten Trin­k­ri­tu­al durch ihre Häu­ser stol­pern – doch all das – Schwä­che, Sinn­lich­keit, Pas­si­vi­tät –, was sie bei sich ver­leug­nen und müh­sam aus ihrem Cha­rak­ter ver­ban­nen müs­sen, um ihrem ei­ge­nen Männ­lich­keits­bild ge­recht zu wer­den, wer­ten sie bei denen ab, denen sie diese Ei­gen­schaf­ten an­dich­ten. Des­we­gen sind sie ho­mo­phob und se­xis­tisch und des­we­gen fin­den wir sie nach wie vor zum Kot­zen!
Gerne wird Ver­bin­dun­gen „Frau­en­feind­lich­keit“ vor­ge­wor­fen – wir sagen: Das greift zu kurz! Zwar brin­gen Ver­bin­dun­gen eine be­son­ders dra­ma­ti­sier­te Männ­er­rol­le und hel­di­sche Männ­lich­keit her­vor, diese fällt aber ja nicht ein­fach vom Him­mel, son­dern ist viel­mehr eine Zu­spit­zung des­sen, was bür­ger­li­che Männ­lich­keit oh­ne­hin schon aus­macht. Wäh­rend sich Ge­schlech­ter­rol­len aber heut­zu­ta­ge ver­än­dern, wäh­rend neue Ent­wür­fe von Fa­mi­lie und Zu­sam­men­le­ben Ein­zug hal­ten und gar ho­mo­se­xu­el­le Ehen mitt­ler­wei­le mög­lich sind, ver­an­schau­li­chen Bur­schen und Ver­bin­der den­noch, wor­auf diese Ge­sell­schaft noch immer ideo­lo­gisch und his­to­risch auf­baut.
Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen im All­ge­mei­nen und die Deut­sche Bur­schen­schaft im Be­son­de­ren sind Aus­druck des pa­tri­ar­cha­len Prin­zips der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft. Mal mehr und mal we­ni­ger of­fen­sicht­lich und mal mehr und mal we­ni­ger über­zeich­net las­sen sich an ihnen Kenn­zei­chen der pa­tri­ar­cha­len Nor­ma­li­tät ab­le­sen – sind sie doch schließ­lich so alt wie die bür­ger­li­che Ge­sell­schaft selbst.

All these dirty litt­le boys that think that the girls were only made for toys

In der Vor­stel­lung der Män­ner­bünd­ler wen­det sich ihr Bund gegen über­mäch­ti­ge eman­zi­pa­to­ri­sche und fe­mi­nis­ti­sche Über­zeu­gun­gen, die – schon längst Main­stream ge­wor­den – den Ver­lust männ­li­cher Iden­ti­tät nach sich zögen. Aus die­ser vor­ge­stell­ten Be­dro­hungs­si­tua­ti­on speist sich die Ag­gres­si­vi­tät und Kom­pro­miss­lo­sig­keit män­ner­bün­di­scher Ideo­lo­gie. So glau­ben etwa die Bur­schen der DB, die tra­dier­ten Ge­schlech­ter­rol­len, ja ei­gent­lich das ge­sam­te Abend­land gegen „Gen­der-​Wahn“ ver­tei­di­gen zu müs­sen.
Der Män­ner­bund muss vor Frau­en und ihrem ne­ga­ti­ven Ein­fluss ge­schützt wer­den. Und da diese Be­dro­hung gemäß der män­ner­bün­di­schen Vor­stel­lung über­all ist, müs­sen da­ge­gen be­stän­dig Dämme er­rich­tet wer­den. Der Mann muss sich mit einem Pan­zer ver­se­hen, muss sich so sehr ver­här­ten, dass er gegen die weib­li­che Ver­füh­rung ge­wapp­net ist. Die Angst vor dem Weib­li­chen er­streckt sich dabei auch auf die Se­xua­li­tät, die als Ge­fahr für den Zu­sam­men­halt und die Pro­duk­ti­vi­tät des Män­ner­bun­des wahr­ge­nom­men wird. Durch die weib­li­che Se­xua­li­tät näm­lich wür­den die män­ner­bün­di­schen Idea­le auf­ge­weicht, die emo­tio­na­le Bin­dung von der Ge­mein­schaft und ihrem höchs­ten Zweck ab­ge­zo­gen und En­er­gi­en, die sich in Leis­tung um­set­zen lie­ßen, ver­schwen­det. Die ver­meint­lich rein prag­ma­ti­schen Be­grün­dun­gen, mit denen Män­ner­bünd­ler den Aus­schluss von Frau­en recht­fer­ti­gen – in ge­mischt­ge­schlecht­li­chen Ge­mein­schaf­ten droh­ten „Be­zie­hungs­dra­men“ oder „Ver­füh­rung“ – sind le­dig­lich Aus­druck der Angst vor dem Weib­li­chen.
Da der häus­li­che Schau­platz der Fa­mi­lie weib­lich do­mi­niert sei, dient der Män­ner­bund als le­bens­lan­ger Fa­mi­li­en­er­satz in der öf­fent­li­chen Sphä­re. Er er­mög­licht eine ge­wis­ser­ma­ßen „ge­schlechts­lo­se“ Re­pro­duk­ti­on der Män­ner­ge­mein­schaft ohne Frau­en. Und doch stel­len Frau­en als Gäste auf Kom­mer­sen und Fes­ten, als Ball­da­men und „Freun­din­nen des Hau­ses“ mehr dar als das oft zi­tier­te „schmü­cken­de Bei­werk“. Sie sind ein not­wen­di­ger Teil des män­ner­bün­di­schen Le­bens. Erst durch diese Ver­bin­dung von Fa­mi­lie und Män­ner­bund wird der Mann zu einem „gan­zen Mann“. Die Rolle der Frau ist des­halb keine be­lie­bi­ge, son­dern sie ist für den Män­ner­bund un­ab­ding­bar. In­so­fern tra­gen Frau­en allzu oft wil­lent­lich zu des­sen Funk­tio­nie­ren bei. Män­ner­bün­di­sches Den­ken ist dabei durch­aus wi­der­sprüch­lich. Ei­ner­seits gilt ihm die Fa­mi­lie als Ort der Ver­weich­li­chung, deren ne­ga­ti­ver so­zia­li­sa­to­ri­scher Ein­fluss durch den Män­ner­bund über­wun­den wer­den soll, an­de­rer­seits aber als „Keim­zel­le“ der Volks­ge­mein­schaft und Rück­zugs­ort vor der er­bar­mungs­lo­sen ka­pi­ta­lis­ti­schen Kon­kur­renz.
Seit An­fang des 20. Jahr­hun­derts, als sich die Ideo­lo­gie des Män­ner­bunds in Re­ak­ti­on auf ge­sell­schaft­li­che Eman­zi­pa­ti­ons­be­stre­bun­gen ent­wi­ckel­te, hat sich der Cha­rak­ter des Män­ner­bun­des kaum ver­än­dert. Auch heute noch war­nen Red­ner auf den Ver­bin­dungs­häu­sern re­gel­mä­ßig vor dem Aus­ster­ben der Fa­mi­lie und der „Volks­ge­mein­schaft“.
Nach dem Ende des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus sind Ar­gu­men­ta­tio­nen zur Ver­tei­di­gung män­ner­bün­di­scher Or­ga­ni­sie­rungs­for­men in der Regel we­ni­ger stark ideo­lo­gi­siert bzw. wird der Be­griff des Män­ner­bun­des nicht mehr so hoch­ge­hal­ten wie es zuvor noch der Fall war. Statt­des­sen wird auf Kri­tik mit dem Ver­weis auf Plu­ra­li­tät und Mei­nungs­frei­heit re­agiert: Man stehe in einer jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­ti­on, es gebe ja auch rein männ­li­che Fuß­ball­ver­ei­ne oder Stamm­ti­sche, und au­ßer­dem sei ja jedem Men­schen frei­ge­stellt, wie er oder sie leben wolle. Der Män­ner­bund – heute also nur noch eine Frage des Ge­schmacks? Nein, denn nur weil die Män­ner­bünd­ler kei­nen Be­griff von sich selbst haben, heißt das nicht, dass die spe­zi­fi­schen Merk­ma­le des Män­ner­bunds nicht trotz­dem wei­ter be­ste­hen. Tra­di­ti­on wird als Leer­for­mel her­an­ge­zo­gen um Frau­en aus­zu­schlie­ßen. Damit ist und bleibt der Cha­rak­ter des Män­ner­bunds an­ti­de­mo­kra­tisch und eli­tär. Bür­ger­li­chen Me­di­en wie SPIE­GEL und Co., die sich le­dig­lich em­pö­ren, wenn es Ver­bin­dun­gen zwi­schen Neo­na­zis und Bur­schen­schaf­ten auf­zu­de­cken gibt, und den „li­be­ra­len“ Bün­den eine weiße Weste aus­stel­len, muss daher ve­he­ment wi­der­spro­chen wer­den: Nichts ist li­be­ral am Män­ner­bund!

Gegen alle Män­ner­bün­de!
Fe­mi­nis­ti­sche Ge­sell­schafts­kri­tik statt Män­n­er­klün­ge­lei!
Den Bur­schen­tag in Ei­se­nach zum De­sas­ter ma­chen!

Aufruf zur Demonstration „Rassismus tötet – Gegen rechte Gewalt“

22.2.2014 – 15.00 Uhr – Bhf Friedensdorf

Im beschaulichen Städtchen Dautphetal bei Marburg wurde am 18.02.2008 ein Haus von Neonazis angezündet. Bereits nachmittags, Stunden vor der eigentlichen Tat, schmierten die unbekannten Täter das Wort „Hass“, die SS Buchstaben im Stil von Sigrunen, mit Sprühfarbe an die Tür der betroffenen Familie mit türkischem Hintergrund. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte Schlimmeres verhindert werden können, hätte die herbeigerufene Polizei den extrem rechten Farbanschlag ernstgenommen. Aber das Gegenteil war der Fall, sie tat, was sie immer tut: Beschwichtigen, beruhigen und letzendlich ignorieren.

Stunden später brannte der Holzanbau des Einfamilienhauses lichterloh. Die Bewohner_Innen konnten noch zwei Männer beobachten, die davonrannten und Naziparolen riefen. Der Brand wurde glücklicherweise schnell gelöscht, niemand musste den Anschlag mit seinem Leben oder körperlicher Versehrtheit bezahlen. Eine Woche später ließ die Polizei Marburg-Biedenkopf verlauten, es gäbe keine Verdachtsmomente – die Ermittlungen gegen die unbekannten Neonazis verliefen im Sande. Weitere Wochen nach der Tat erhielt die Familie, deren Haus angezündet wurde, einen Brief mit Zeitungsausschnitten des Brandanschlages – und drei beiliegende Streichhölzer.

Der Fall reiht sich in Hessen ein: Ebenfalls 2008 schlug im Schwalm Eder Kreis ein Neonazi ein 14-jähriges Mädchen bei einem nächtlichen Überfall auf ein Zeltlager mit einem Klappspaten in die Intensivstation. 2008 wurden vermeintliche Linke im nahen Goßfelden brutal zusammengeschlagen. 2010 verübten Neonazis in Wetzlar einen Brandanschlag mit Molotowcocktail auf das Haus eines Nazigegners. Seit 2012 ist im nahen Lumdatal eine Naziclique aktiv, zuletzt gingen sie mit Elektroschockern und Zaunlatten auf Passanten los.

Mit dem jüngsten Angriff auf eine Asylsuchendenunterkunft in Wohratal wird die Kontinuität rassistischer Übergriffe offensichtlich. In der Nacht zum 12.01. 2014 verwüsteten vier Männer aus Wohra und Kirchhain das Haus, zerstörten Fenster, Türen und Rollläden, bedrohten und beschimpften die Bewohner_innen. Obwohl die Randale über eine halbe Stunde dauerte, traf die Polizei trotz unmittelbar nach Beginn des Angriffes abgesetzten Notrufes erst wesentlich später ein – später streitet sie den rassistischen Charakter des Übergriffes ab.

Fakt ist: Nazis morden. Und das nicht erst seit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Seit 1990 wurden 180 Menschen von Nazis in der BRD ermordet. Ob sie Leute zusammenschlagen, aus der S-Bahn werfen, erstechen, entführen oder eben ihr Haus anzünden, bleibt in der Begründung gleich. Der Grundpfeiler der Ideologie der Neonazis ist die Einteilung von Menschen nach rassistischen und chauvinistischen Kategorien. Die Folge hiervon ist unweigerlich die Diskriminierung und letztendlich die Vernichtung der durch dieses Gedankengut als minderwertig angesehenen Menschen.

Jedoch bleibt die Frage nach den Ursachen rechter Gewalt in der Diskussion um Rechtsterrorimus und Stiefelnazis meist außen vor. Nazis entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern finden eine Gesellschaft vor, die eine solche Ideologie erst ermöglicht. Das Zeigen auf den vermeintlich glatzköpfigen rechten Rand verkennt allerdings die tiefe Verankerung menschenverachtender Ideologien wie Rassismus, Sexismus, Antiziganismus und Antisemitismus sowie weitere Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung in der Gesamtgesellschaft. Die rassistischen Proteste gegen Asylsuchenden-Unterkünfte, die Stigmatisierung von Rom_nija, die deutsche Abschiebepraxis oder die Thesen Thilo Sarrazins sind keine Kinder extrem rechter Ideologien, sondern die der bürgerlichen Mitte. In der Großstadt, auf dem Dorf, im Osten wie im Westen gilt: Migrant_innen erfahren Rassismus in erster Linie nicht durch Nazis, sondern von den Nachbarn, von der Chefin oder den Kolleg_innen sowie auf der Ausländerbehörde.

Brandanschläge wie jener von 2008 in Dautphetal sind dabei die Spitze eines bekämpfenswerten Eisberges. Rechter Gewalt muss entgegengetreten werden – mit allen Mitteln! Ob dafür die örtliche Naziclique bekämpft, alltäglicher Rassismus in Deutschland thematisiert oder dem rechten Nachbarn Widerwort gegeben wird, vor allem eines darf man nicht: Rechte Gewalt und deren Opfer vergessen! Am 22.2. soll mit einer Demonstration durch Dautphetal das Bewusstsein dafür wachgehalten werden, dass Neonazigewalt und Rassismus alltäglich sind – auch in Marburg – Biedenkopf.

Für das Ende des alltäglichen Naziterrors!

Gegen die rassistischen Zustände – ob Ausländerbehörde oder Naziclique!

Für einen konsequenten Antifaschismus, der alle Teile der Gesellschaft in die Kritik einbezieht!

Der antifaschistische Selbstschutz muss organisiert werden!

Lisa:2 Soliparty

14.02. *** 22:00 *** Havanna8

Wir die Gruppe LISA:2 wollen es mit euch krachen lassen! (und euch
nebenbei euer Geld aus der Tasche ziehen)
Wofür wir euer Geld brauchen? Um es weiter krachen lassen zu können
gegen den patriarchalen Normalzustand, gegen Burschenschaften und andere
Männerbünde, gegen Nazis und Rassist_innen.
Wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen zu patriarchaler Herrschaft
und der Verbindung von Antifa und feministischer Politik. Wir nehmen
aktiv an politischen Debatten teil, veröffentlichen Flyer oder schreiben
auf unserem Blog. Wir sind aktiv im Bündnis gegen den Burschentag in
Eisenach und organisieren Busse zu den jährlich stattfindenden Protesten.
Damit wir diese Dinge weiter machen können sind wir auf euere
finanzielle Unterstützung angewiesen.
Wir freuen uns über Lob, Anregungen, Kritik, Interesse
Habt einen netten Abend auf unserer Party.

Wenn ihr andere mit übergriffigem Verhalten, sexistischen Sprüchen und
ähnlichem nervt, bleibt zu Hause!

Glitzern gegen Deutschland!

Neuigkeiten

Offener Brief gegen Sexismus in ländlichen Kommunen
Am Donnerstag den 24.10.2013 hat die Gruppe S.I.L.K.E [Sexismus in ländlichen Kommunen entgegentreten] 1.000 Flugblätter an die Haushalte in der Mittelhessischen Kleinstadt Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) verteilt. Der Offene Brief kritisiert die (aktuellen) Geschehnisse im Dorf. Weitere Infos gibts hier

Antirepression
In­for­ma­tio­nen zur An­ti­re­pres­si­ons­ar­beit im Bezug auf den Na­zi-​Auf­marsch am 1. Mai in Frankfurt/Main gibt es hier auf dem Be­trof­fe­nen­ple­num-​Blog

Allein machen sie dich ein…!

Bezüglich einer kritischen Nachbetrachtung von Anti-Nazi Aktionen veröffentlichen wir hier nun ein Statement zu den Protesten gegen die Kundgebung von „Pro Deutschland“ in Marburg.

Allein machen sie dich ein…!

In Marburg und Umgebung sind- nicht nur in letzter Zeit- rechte Umtriebe immer mehr im kommen. Ob wie zuletzt rassistische Parteien wie die „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ ihre Kundgebungen in der Stadt abhalten, Burschenschafter beim „Marktfrühschoppen“ ihrem Sexismus und ihrer Deutschtümelei frönen oder im hessischen Umland Nazi-Kameradschaften Menschen bedrohen, Marburg und sein Umland haben eine aktive rechte Szene.
Zum Glück gibt es gegen diese auch einen breiten öffentlichen Widerstand. Dass dieser Widerstand auf einer breiten Basis steht, zeigen nicht zuletzt das „Bündnis gegen Rechts“, in dem Gewerkschaften, Parteien und Antifa-Aktivist_innen an einem Tisch sitzen. Der kleinste gemeinsame Nenner scheint dabei ein irgendwie linkes Selbstbild und das „Gegen-Nazis-Sein“ zu sein, die sich daraus ergebenden Praxen und Schwerpunkte sind so verschieden wie die am Bündnis beteiligten Gruppen und Einzelpersonen.
Nun ist ein Nebeneinander von verschiedenen Umgangsformen mit Nazis, und auch mit PolizistInnen, zunächst eine Form von Stärke, ermöglicht es doch, dass sich Menschen ihre Protest- bzw. Interventionsformen aussuchen können und vielfältige Aktionsformen gegen die FaschistInnen möglich sind. Nötig ist dafür eigentlich nur eine gewisse Solidarität untereinander.
Leider haben wir bei den Kundgebungen gegen die Würstchentruppe von Pro-Deutschland Ende August immer wieder feststellen müssen, dass diese Solidarität Vielen fehlt. Immer wieder mussten wir beobachten oder am eigenen Leib erfahren, dass Aktivist_innen von anderen Kundgebungsteilnehmer_innen festgehalten und drangsaliert wurden, mit dem vermeintlichen Ziel, sie der Polizei auszuliefern.
Wir halten diese Form der Entsolidarisierung und Denunziation für einen tiefgreifenden Bruch mit jeder Form von emanzipatorischer oder linker Politik. Ein solches Verhalten können, wollen und werden wir auf Kundgebungen und Demonstrationen nicht dulden.
Zum einen ist und kann die Polizei nicht die Adresse für eine Kritik untereinander seien. Sich ihrer Gewaltbefugnisse zu bedienen, gefährdet massiv die Lebenssituation und körperliche Unversehrtheit Einzelner. Gleichzeitig wird die Kriminalisierung linker Strukturen erleichtert. Zum anderen gehören Debatten über die Legitimität von Aktionsformen nicht auf die Straße, sondern sollten im Vorhinein geklärt werden. So wird eine Form von Politik ermöglicht, die ein solidarisches Nebeneinander ohne gegenseitige Distanzierungen befördert. Spaltungen in guten friedlichen Protest und militante Aktionsformen können so verhindert werden. Dass dieses Nebeneinander zu schaffen ist, zeigen nicht zuletzt die diversen Aktionen gegen Castor-Transporte ins Wendland, bei denen Militante, Sitzblockierer_innen und Küfakochende gemeinsam Widerstand leisten und solidarisch aufeinander Bezug nehmen.

Wir lassen uns unsere Wut, unseren Hass und unsere Militanz nicht nehmen. Wer friedlich bleiben will, hat unseren vollen Respekt, wer andere denunziert, hat auf Aktionen nichts verloren.



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