„Die Extremisten der NSU“ oder wie eine Gesellschaft ihre Probleme abschiebt

„Die Extremisten der NSU“ oder wie eine Gesellschaft ihre Probleme abschiebt

Die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ sind seit Monaten Thema in den bundesdeutschen Medien. Neun rassistische Morde, ein Bombenatentat auf Migrant_innen sowie zehn Banküberfälle gehen nach derzeitigem Kenntnisstand auf das Konto der Terrorgruppierung. Die Behörden gaben sich anfangs unwissend; zumindest für die Anfangsjahre des NSU ist mittlerweile das Gegenteil belegt. Ein Ende ist nicht absehbar: Ständig kommen neue Detailinformationen ans Licht.
Damit erschöpft sich jedoch auch ein Großteil der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema. Akribisch wird nach den Hintergründen der „Terrozelle“ gefragt und Fehler in den behördlichen Ermittlungsarbeiten aufgedeckt. Folgerichtig bestimmt die Frage nach effektiveren, handlungsfähigeren Ordnungsbehörden die Debatte – und das nicht nur in den bürgerlichen Medien.
Eine gemeinsame „Nazidatei“, bessere Vernetzung und eventuell eine Umstrukturierung des Verfassungsschutzes sollen das Problem lösen.
Was diese Verhandlung rechter Gewalt mit der Extremismustheorie zu tun hat und warum dabei die rassistische Gesellschaft nicht thematisiert wird, wird am 14.02.2011 Thema sein.

Dienstag // 14.02. // 18.00 Uhr // Hörsaalgebäude, Biegenstr. 14 // Raum 006

Piraten in Waldeck-Frankenberg schlagen rechten Kurs ein

Oder: Wie die Piratenpartei mit Nazis umgeht.

Was war passiert? Im Herbst 2011 tauchten in Waldeck und Frankenberg die ‚Nationalen Sozialisten Waldeck/Frankenberg‘ auf. Leider kein ungewöhnliches Phänomen in hessischen Städten und Gemeinden. Mit mehr oder weniger erfolgreichen Aktionen trat der Zusammenschluss in die Öffentlichkeit und schaffte es zumindest in die lokalen Nachrichten. Im Laufe der kommenden Monate kamen die Nazis aus Frankenberg auf die Idee ihre vermeintlichen und tatsächlichen politischen Gegner_innen auf Fotos abzulichten und diese auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Dies war den etablierten Parteien dann doch zu viel und sie reagierten. So erstatteten Mitglieder der SPD Anzeige und auf der Homepage der Piratenpartei Waldeck/Frankenberg veröffentlichte der Kreisratsvorsitzende Sascha Brandhoff einen offenen Brief an die Nazis. (mehr…)

Neuigkeiten

Für das Jahr 2012 werden wieder Proteste gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft in Eisenach statt finden. Denn es gibt keine Homezone für die Deutsche Burschenschaft – weder in Eisenach noch anderswo. Mehr Infos.

Zuvor heisst es aber: Vienna Calling – Den WKR-Ball Crashen!

Der alljährliche Ball des Wiener Korporationsrings wird ab 2013 nicht mehr in der Hofburg stattfinden. Doch noch einmal wollen die Burschen den WKR-Ball in der Hofburg feiern: am 27. Januar 2012, dem Holocaust-Gedenktag. Dort treffen sich jedoch nicht nur ein paar Burschenschafter in Frack, Schärpe und Schmiss. Vielmehr ist das Treffen in der Wiener Hofburg, dem Sitz des Österreichischen Bundespräsidenten, ein Stelldichein der alten und neuen Rechten Europas. Es wird eine Anreise aus Deutschland geben. Weitere Infos

Theoriewochenende in Marburg – Theorie zur Praxis

Vom 14.-15.01.2012 veranstaltet die AG5 und die Jugendantifa Marburg ein Theoriewochenende unter dem Motto „Theorie zur Praxis“. Weitere Infos zum Programm gibts hier.

Gegen die IMK und ihre Freund_innen

Vom 07. bis zum 09. De­zember 2011 soll in Wies­ba­den die nun­mehr zwei­te „Stän­di­ge Kon­fe­renz der In­nen­mi­nis­ter und se­na­to­ren der Län­der“, kurz In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz (IMK), die­ses Jah­res statt­fin­den. Die In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz berät über die Aus­rich­tung deut­scher In­nen­po­li­tik. Dazu zäh­len vor­al­lem si­cher­heits­po­li­ti­sche, be­völ­ke­rungs­po­li­ti­sche und mi­gra­ti­ons­po­li­ti­sche The­men. Die IMK muss in ihrer ge­sell­schaft­li­chen Funk­ti­on als In­stru­ment zur Si­che­rung ka­pi­ta­lis­ti­scher Herr­schaft er­kannt wer­den. Des­halb ruft ein lin­kes Bünd­nis dazu auf, am 03. De­zember gegen die IMK im Be­son­de­ren und ka­pi­ta­lis­ti­schen Wahn­sinn im All­ge­mei­nen auf die Stra­ße zu gehen.

Weitere Infos: Bündnis gegen die IMK
Daneben hat auch turn*left aus Frankfurt/Main einen weiteren Aufruf geschrieben.

Im Rah­men der Mo­bi­li­sie­rung gegen die IMK rufen die au­to­no­me an­ti­fa [f] und die Grup­pe [c²] zu einer Kund­ge­bung gegen das „po­li­ti­sche Herbst­ge­spräch“ der hes­si­schen Lan­des­be­hör­de für Ver­fas­sungs­schutz auf. Achtet auf Neuigkeiten!

Desweiteren soll am 07. 12 2011 um 17 Uhr in Wiesbaden eine an­ti­ras­sis­ti­sche De­mons­tra­ti­on unter dem Motto “ I love Blei­be­recht für Alle!“ statt­fin­den.

Am 29.11. findet in Marburg eine Mobilisierungsveranstaltung zu den Protesten gegen die IMK statt: 20.30h im Cafe am Grün

Anna & Arthur halten´s Maul

Anna & Arthur halten´s Maul.
Seit fast 25 Jahren. Aber warum eigentlich?

Eine Veranstaltung zur Aussageverweigerung gegenüber den Repressionsbehörden und zur Entstehung der Kampagne „Anna und Arthur halten´s Maul“.

Der langjährige, zum einem großen Teil militante Kampf gegen den Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen lässt sich als prägend für die (radikale) Linke in den 1980er Jahren beschreiben. Die Ereignisse des 02.November 1987, als bei einer nächtlichen Demonstration zwei Polizisten erschossen wurden, erschüttert und verunsicherte die gesamte autonome Szene im Rhein-Main-Gebiet und führten zum faktischen Ende des Protest. Tödliche Schüsse gehörten nicht zu dem militanten Konzept, welches von der Startbahnbewegung entwickelt worden war.
Die Konsequenz staatlicherseits führten zu Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Verfahren unter Anwendung des § 129a. Der Staat nutzte die Gunst der Stunde, um die Aktivist_innen in dieser heiklen Situation, nun auch mit Vorwürfen zu konfrontieren, welche mit den Schüssen des 02. November nichts zu tun hatten.
Da diese Maßnahmen die Bewegung unvorbereitet trafen, machte eine große Anzahl von Aktivist_innen Aussagen, mit denen sie sich selbst und andere belasteten. Neben den individuellen Konsequenzen wurde dem Staat ein tiefer Einblick in die beteiligten linksradikalen Strukturen ermöglicht.
Angesichts der problematischen Aussagen und deren Folgen, wurde die Kampagne „Anna und Arthur halten´s Maul“ ins Leben gerufen. Damit sollte zum einen unterbunden werden, dass weiterhin Aussagen und Geständnisse gemacht werden und zum anderen musste ein Weg gefunden werden, mit den bereits gemachten Aussagen umzugehen.
Gemeinsam mit einem damiligen Aktivisten wollen wir der Geschichte nachgehen und nachzeichnen, welchen Umgang die damaligen Akteur_innen mit dieser Form der Repression fanden. Damit einhergehend wollen wir die Frage beantworten, warum wir auch heute noch eine konsequente Aussageverweigerung gegenüber Polizei und Justiz für sinnvoll halten.

Dienstag//22.11.2011//20.30h//Cafe am Grün

Pressemitteilung: „Homo-Heiler“ treffen sich wieder in Marburg

Vom 04.-05. November findet die Jahrestagung mit Mitgliederversammlung der evangelikalen Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) im Tabor-Konferenzzentrum in Marburg statt. Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge veranstaltete im Jahr 2009 den „6. Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ in Marburg. Das Programm des Kongresses und insbesondere die Teilnahme von Referentinnen und Referenten, die die „Heilung von Homosexualität“ und ein christlich-religiös fundamentalistisches Weltbild propagieren, haben zu vielfacher Kritik und einer breiten medialen Debatte geführt. Weiter lesen:Pressemitteilung

Weitere Informationen zu den Protesten 2009 in Marburg gibt es hier und hier.

Nie wieder Rostock – Nie wieder Deutschland!

Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere (zum teil junge) Neonazis und Rassist_innen die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter_innen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt und akzeptiert wurde der Mob von über tausend ganz „normalen Deutschen“, die Polizei griff nicht ein. Die Doku: „The truth lies in Rostock“, dokumentiert die Ereignisse und beleuchtet das Rassistische Klima in der BRD.

Erst im Sommer 2002 sind geringfüge Urteile gegen einzelne Neonazis erlassen worden. Hingegen hat der staatliche Rasissmus eine widerliche Dimension an genommen: Rostock Lichtenhagen, Hoyerswerda stehen nicht nur für Pogromstimmung gegen Migrant_innen, sondern auch für die faktische Abschaffung des Asylrechts im Jahre 1993. Rassistische Sondergesetzte, Residenzpflicht, Lagerunterbringungen außerhalb von Städten und Dörfern und rassistische Polizeikontrollen sind nur einige Beispiele für die gegenwärtige Rassistischen Zustände in der BRD.


Infos zu den Pogromen in Hoyerswerda und Aktionen gegen das Vergessen findet ihr hier.

SlutWalk – Frankfurt/Main

Was ist der SlutWalk?

Auf die Bemerkung eines kanadischen Polizeibeamten hin, der Frauen empfahl, sich „nicht wie Schlampen anzuziehen, um nicht zum Opfer von sexueller Gewalt zu werden”, fand in Toronto am 3. April 2011 der erste SlutWalk statt. SlutWalks sind Demonstrationsmärsche gegen das so genannte “victim-blaming”, eine Haltung, die Betroffene von sexueller Gewalt für das ihnen angetane Unrecht verantwortlich machen möchte, gegen Heterosexismus, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen. Alle sind – geschlechter- und altersübergreifend – dazu eingeladen, gegen Diskriminierung, Sexualisierung und Grenzüberschreitung auf die Straße zu gehen und ihre Stimme für einen respektvollen Umgang der Menschen miteinander und für Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Gender, Sexualität und Begehren zu erheben – sei es in privaten Beziehungen, im öffentlichen Raum oder im Berufsalltag, unabhängig davon, ob dabei Sex zum Arbeitsalltag gehört oder nicht!

NO MEANS NO!

Am 13. August 2011 wird der erste bundesweite Slutwalk stattfinden. Auch Menschen, die sich nicht als Slut = Schlampe definieren, sind herzlich eingeladen, teilzunehmen. Es ist allen Teilnehmer_innen selbst überlassen, ob und wie sie sich zu diesem Anlass kleiden möchten.

13. August // 15:00h // Frankfurt/Main // Kaisersack(Hbf)

>>> Weitere Infos

Naziaufmarsch Gießen

Der Zug von Mar­burg nach Gies­sen um den Na­zi­auf­marsch zu blo­ckie­ren fährt um 8:49h. Treff­punkt ist ab 8.​30h am Haupt­bahn­hof. Letzte Infos gibt’s auf der Seite von Gießen bleibt Nazifrei.
Na­zi­auf­marsch blo­ckie­ren! Ge­mein­sam! Ent­schlos­sen! An jedem Ort!

Bil­det Be­zugs­grup­pen und passt auf euch auf!

Antifa Camp 2011

Noch eine Woche – dann ist es wieder soweit: Sommer, Sonne, Antifa. Und zwar auf dem Sommercamp des Bündnis antifaschistischer Gruppen Hessen (BASH). Das Programm, weitere Infos und Anmeldung auf der Camp-Seite.



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